"Wer ficken will, muss freundlich sein"*: Der Sex-Knigge 2019

Nach den Drogenexzessen in der letzten Woche bleiben wir auch in den nächsten Tagen im Rausch! Nämlich in dem der Gefühle, der Triebe und der Körper(lichkeiten). Denn bei aller Geist- und Seelenfokussierung vergessen wir schnell mal, auch sexuelle Wesen zu sein, die oft nur eines wollen: Körperliche Vereinigung! Grund genug, der Sexualität mal dicht auf den Leib zu rücken: Unser Sex-Knigge!

 

 

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Scham und Prüderie als Korsett der Moderne

 

Natürlich haben Sie erstmal gedacht: Waaas? FICKEN? Wo bleibt das Niveau? Wie kann man nur dieses Wort benutzen! „Fuck“ hören wir zwar täglich, aber FICKEN? Wie vulgär, primitiv, obszön. Sowas sagt man doch nicht. Über Sex redet man nicht, den hat man – am Besten im Dunkeln, nur mit der eigenen Frau/Mann/Divers und möglichst ohne Peinlichkeiten.

 

Lange Zeit waren die Amerikaner ein eher negatives Vorbild für Prüderie und Schamhaftigkeit. Bis heute entbehrt bspw. das sog. Nipplegate (Sie erinnern sich, der Busenblitzer von Janet Jackson beim Super Bowl 2004) jeder Modernität, ebenso die Zensur vieler Musikvideos oder Filme, wo zwar jede Form von Gewalt, aber keine nackte Haut gezeigt werden darf.

 

Mittlerweile herrscht auch bei uns die Angst vor der Frivolität, vor nackten Körpern und sexuellen Anspielungen. Die Scham regiert über das soziale Selbstbewusstsein, die Prüderie über die Schlafzimmer der Nation. Zwar boomen Sexspielzeuganbieter, die Pornoindustrie und die Prostitution, allerdings im Verborgenen, in der Nicht-öffentlichen-Kommunikation. Es ist ähnlich wie mit dem Gehalt: Jeder hat eins, aber darüber reden, verbietet der Anstand, die Scham, die Keuschheit oder die scheinbar gute Erziehung. Versuchen Sie es ruhig mal auf einer Party, bei der Weihnachtsfeier oder beim Umtrunk mit Freunden und fragen Sie, wieviel Sex jeder so in der Woche hat oder welche Stellung bevorzugt wird. Das Schweigen wird in Ihren Ohren donnern und die Schamröte der Anderen die Sonne zu einem Glühwürmchen schrumpfen lassen.

 

 

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Selbstzwang zur Schamhaftigkeit

 

Die von dem Soziologen Norbert Elias einst beschriebene Theorie der Selbstzwang-Apparatur durch Zivilisierung („Figuration“) ist weiterhin auf dem Vormarsch, aller Unkenrufe der sexuellen Toleranz, Offenheit und Modernität zum Trotz. Die von den 68ern erkämpfte sexuelle Freiheit wird durch ihre verklemmten Nachfolgebetroffenen mittlerweile eher konterkariert und abgeschafft als verteidigt. Es herrscht eine Doppelmoral, die ihresgleichen sucht: Einerseits können Kinder nicht früh genug die verschiedenen Geschlechter lernen, andererseits verbieten wir FKK-Plätze und stilisieren jede Darstellung von Sex im Fernsehen zum Skandal.

 

Hinzu kommt dank #metoo eine massive Verunsicherung im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht, weswegen manche Männer schon fürchten, Frauen gar nicht mehr ansprechen zu dürfen. Komplimente, Tür aufhalten, in den Mantel helfen, alles steht unter dem Verdacht der sexuellen Belästigung. Dabei könnte alles so einfach sein, wenn sich alle Empörten und Ängstlichen jeglichen Geschlechts ein paar banale Knigge-Regeln in Erinnerung rufen würden, die heute noch genauso gültig sind, wie vor 100 Jahren.

 

 

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Sex-Knigge 2019

 

  1. Anstand: Wie das obige Zitat besagt: Wer ficken will, muss freundlich sein. Gilt immer noch: Nur der/die/das Anständige wird im Bett landen. Drängeln, Druck machen, miese Komplimente, Drohungen oder respektloses Verhalten Faktoren, die in Gänze abzulehnen sind. 

  2. Gerade für die Männer ist ein gewisser Gentleman-Kodex auch heute noch aktuell: Seid charmant wie James Bond, elegant wie Terence Hill oder George Clooney, durchsetzungsstark wie Bruce Willis, lustig wie Will Smith und attraktiv wie Brad Pitt, dann klappt es auch mit der holden Maid. 

  3. Für Frauen gilt: Kein Mann will eine Disney-Prinzessin, vielleicht optisch, aber nicht so launisch. Seid selbstbewusst wie Lady Gaga, frech wie Monika Gruber, cool wie Kiera Knightley in Fluch der Karibik oder einfach wie Eva Green in Casino Royal, dann liegt jeder Mann darnieder.

  4. „Wie war's?“ – Ja natürlich sollte man danach darüber reden. Siehe oben. Prüderie und Scham sind keine Hilfe, wenn es um offenes Reden und Ehrlichkeit geht.

  5. Frühstück nach einem One-Night-Stand: Logisch! Ein frisches Käffchen, ein Croissant oder eine Leberkassemmel lassen jede Nacht in einem besseren Licht zurück.

  6. Auswärts: Türen werden der Dame aufgehalten, in Mäntel wird reingeholfen, an den Tisch setzt sich der Mann nach der Frau, an der Bar bestellen beide die Getränke, gezahlt wird von dem, der eingeladen hat. Bitte, danke, hie und da ein Kompliment oder ein Späßchen lassen niemandem einen Zacken aus der Krone fallen.

  7. Fetische: Ausleben, solange es allen gefällt und niemanden unter Druck setzt.

  8. Im Bett können viele menschliche Dinge passieren. Akzeptieren Sie das. Denn Sie sind ein Mensch.

  9. Nö, naa, nee heißt Nein. Punkt. Keine Diskussion.

  10. Schutz: Ohne ist nicht. Punkt. Keine Diskussion. 

 

*Rammstein, Liebe ist für alle da

 

 

Verfasser: Dr. Rainer Sontheimer

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Marly Jedelhauser (Donnerstag, 24 Oktober 2019)

    wirkte auf mich ähnlich ,wie ein schlecht geschnittener Film....Ansichtssache,aber am sozialem Problem vorbei.....daß sex zeitlich enger beschränkt wird,als die Arbeit,nicht mal den Zeitwert eines "aus der Handessen"...also doch wieder zurück auf erinnerbare Attraktivität,oder materielles Vermögen,sozialen status und wenn welchen?....Die Formulierung,die abgöttisch platt ist, passt insofern....aber soll DAS wirklich sex sein,sex,den man will?Frei,unabhängig von Zeit und Ort,unbeschränkt und ohne zeitliches limit???Nein!Sex wurde immer schon politisch vereinnahmt,nur in Zeiten von Kanzlerin Dr.M. und KK wurde die Kontrolle über Zeit,Wohlstand und Zukunft absolut festgezurrt,was sollten sie anderes machen?Sie sind die Prototypen von "unsexieness"...oder denkt in Deutschland irgendjemand an die Kanzlerin ,wenn er sex möchte???

  • #2

    Susanne Schmist (Donnerstag, 24 Oktober 2019 14:01)

    Am besten macht ihn jeder so, wie es sich richtig anfühlt, hört ganz auf sein Gefühl. Was die Medien darüber schreiben oder die Freunde erzählen kann man ignorieren. Beim Sex sollte sich jeder und nur dem Partner der nächste sein. Am schlimmsten finde ich, dass Liebe von Sex getrennt wird. Erst wenn beides zusammen ist, ist es wirklich befriedigend.... Und da tritt ein Zustand ein über den man nicht mehr reden oder schreiben muss. Also sucht die Vereinigung beider Pole in Sex und Lebe...

  • #3

    Guido R. (Donnerstag, 24 Oktober 2019 21:27)

    Sex ist für mich am besten, wenn man berauscht vor Begierde ist, gepaart mit viel Leidenschaft,
    was leider auch heftig nach hinten losgehen kann. No risk no fun !? Gern animalisch und unkontrolliert.
    Was andere hierzu glauben, ist mir immer schon egal gewesen, weil Sex und Lust ziemlich individuell gelebt und empfunden werden.