Gesellschaft im Rausch: Moderne Drogen, alter Kater

Jede Zeit und jede Gesellschaft haben ihre eigenen Drogen. Ob mit Alkohol, Rauchwerk aller Art, Pilze, Pulver, Liquids oder meditative Techniken: der Mensch hat seit jeher das Bedürfnis, sich in andere geistige Sphären zu bringen. Was überhaupt Drogen sind und wie sie wirken, wird in den Wissenschaften intensiv diskutiert. Ebenso ist der Umgang mit Drogen in der Gesellschaft in zahlreichen Forschungen aufgrund seiner kulturellen und politischen Bedeutung immer wieder Thema.

 

An dieser Stelle setzen wir an und fragen: Welche Drogen hat unsere heutige Gesellschaft und warum braucht sie diese? 

 

 

Aktueller Zeitgeist

 

Betrachten wir Deutschland im Herbst 2019 und seine verschiedenen Rauscharten:

 

Im politisch rechten Lager verliert man sich in einem braunen Sumpf ohne Klimawandel, ohne Flüchtlinge, dafür mit vielen Grenzen, heiler Welt-Phantasien früherer Jahrzehnte und einem Bernd Höcke als Führerfigur. Es regiert die Angst vor Gretas Jünger und vor allem, was nicht der deutschen Ordnung entspricht.

 

Querdenker Events?


Im linken Lager herrscht die Sehnsucht nach sozialistischen Strukturen, nach Enteignung der Reichen und nach einer DDR, die nun scheinbar doch kein Unrechtsstaat war, wenn man manchen Sozialdemokraten glauben will. Ungeachtet der Tatsache, dass in Deutschland bereits über 50% des Staatshaushaltes nur für Soziales ausgegeben wird, steht die soziale Eiszeit schneller vor der Türe als die Klimahitze. Die Angst vor sozialer Spaltung regiert.

 

Das grüne Lager berauscht sich an seiner moralischen Überlegenheit über jeden Autofahrer, Fleischfresser und Flugmaschinenbenutzer. Die Angst vor Hitze, Diesel, Kohle und keiner Zukunft verdrängt jede Vernunft durch einen Öko-Populismus, der sich aus einer Mischung aus Empörung, Besserwisserei, Realitätsferne und Unterkomplexität speist. Wer Professionalität fordert, wird medial vernichtet. Es regiert die Angst vor dem Untergang und die Empörung über alle, die nicht jeden Freitag eine Straßenkreuzung für das Klima blockieren.

 

Bleibt das größte Lager der liberalen Fortschrittsdenker, der verunsicherten Konservativen, der verlorenen Sozialdemokraten und all denen, die irgendwo zwischen logischem Menschenverstand und Misstrauen gegen alle Extreme wandern und die, man traut es sich das kaum sagen, ein völlig normales Leben führen. Bitte ersparen Sie sich an der Stelle den Einwand, dass es kein normales Leben gibt. Denn das gibt es natürlich –nämlich das, was vermutlich mehr als 70 Millionen Deutsche führen: Arbeiten gehen, sich um Eigentum, Kinder, Haustiere und seine Hobbys kümmern, ab und an mal in Urlaub fliegen und versuchen, irgendwie ökonomisch, ökologisch und sozial gerecht durch‘s Leben zu kommen. Hier regiert die Angst, nicht mehr gehört, gesehen und in den normalen Bedürfnissen nach einem sicheren Arbeitsplatz, Zinsen oder einem Kitaplatz oder ein bisschen Respekt ernst genommen zu werden.

 

 

Der Querdenker-Kongress


Alter Kater

 

Auf jeden Rausch folgt der Kater, die Ernüchterung und die düstere Einsicht, dass die Realität doch komplexer, langwieriger und manchmal auch besser ist, als die Drogen es überdecken. Egal ob Alkohol, Angst, Kokain oder Empörung, die Nüchternheit ist dieselbe wie auch der Frust, dass die einfachen Lösungen im Rausch dem Realitätscheck nicht standhalten. Blicken wir nochmal auf die vier Junkies:

 

Die rechten Gruppen stellen fest: Mauern und Grenzen in einem freien Europa, ein Deutschland ohne seine Bunt- und Vielheit an Menschen und Kulturen: unmöglich. Das neue Reich: eine dumpfe Illusion im Größenwahn der Umfrageergebnisse.

 

Die linken Gruppen merken: Die soziale Spaltung existiert hinsichtlich Vermögen etc., aber dennoch scheint diese Ungleichheit keinen allzu hohen Leidensdruck bei den Menschen zu verursachen da jede Dramatisierung der Zustände bei jeder Wahl für ein größeres Minus sorgt.

 

Die grünen Apokalyptiker sehen: Die SUV-Zahlen steigen konstant an wie auch die Flugzahlen, der Fleischkonsum oder die Anzahl der Kohlekraftwerke weltweit. Verbote und Steuern führen zu allem, nur nicht zur Rettung des Klimas. Die Idee ist gut, aber die Menschheit noch nicht bereit. Was an dieser Stelle grüne und rechte Junkies vereint: Die kleingeistige Fixierung auf den nationalen Container. Denn zur Lösung unserer Probleme im Bereich Migration und Klimapolitik kann es nur globale und kosmopolitische Lösungen geben. Der Soziologe Ulrich Beck, der Verfasser der Weltrisikogesellschaft (2007), würde im Grabe rotieren, wenn er diesen politischen Debatten momentan zuhören müsste.

 

Die Mitte registriert: Sie existiert in den Köpfen der Nationenlenker politischer, medialer und feuilletonistischer Art nicht mehr, da sie zu leise, zu verhalten und zu brav geworden ist. Die Hoffnung, dass doch die Vernunft mal siegen muss, zerschlagen durch die Wucht der Empörung und Betroffenheit, verdrängt von den moralisch Überlegenen.

 

 

Querdenker-Partner


Smarter Rausch

 

Wie diesem Kater entkommen? Nun, im Idealfall greift man schon gar nicht zu den Drogen. Und wenn, dann nur in einem Maße, dass die Differenz zwischen Realität und Rausch nicht zu einer unüberwindbaren Kluft wird. Wer schon im Kreislauf der Ängste und Betroffenheit verhaftet ist und sich nach dem nächsten Schuss Empörung sehnt, dem sei der kalte Entzug geraten: Raus aus den Filterblasen, rein in die Realität, sich mit der Komplexität der Welt abfinden und Geduld entwickeln.

 

Das Ziel: der smarte Rausch! Der kommt nämlich durch das Querdenken, den Dialog und die echte Auseinandersetzung mit Menschen, Themen und Argumenten. Denn wenn wir eines heute brauchen, dann den Rausch, den wir ganz ohne Drogen haben können: das Querdenken!

 

 

Der Song über die negativen Folgen des Drogenkonsums

 

 

 

Verfasser: Dr. Rainer Sontheimer

 

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Kommentare: 1
  • #1

    xy (Freitag, 18 Oktober 2019 22:01)

    click bait