Politische Propheten

Was haben wir uns in den letzten Blogs den Glauben unnötig kompliziert gemacht. Feuilletonistisch-intellektuell wollten wir das Ich als spirituellen Wanderer, als eigenen Gott und modernen Lebenskünstler retten, anstatt sich einfach der christlichen Prophezeiung und dem göttlichen Fatum hinzugeben. Denn an Ostern wurde ja tatsächlich auferstanden und Religion Realität! Zwar war es nicht Jesus persönlich, aber immerhin seine so bestimmte Nachfolgerin, die Prophetin Greta!

 

Dankbar müssen wir den Bischöfen, Medienschaffenden und Politikern sein. Wir dachten zwar schon, dass das Politische gerade im Europamonat Mai leicht zu diskutieren ist. Dass uns allerdings mit Prophetin Greta und ihrem Freitags-Gefolge eine perfekte Mischung aus Religion und Politik auf dem Silbertablett serviert wird, werten wir als göttliches Schicksal und sagen einfach mal Danke ans Universum und alle, die in anderen Galaxien querdenken! 

Doch für was bedanken wir uns eigentlich? Denn genauer gesagt müssten wir eher tage- und nächtelang heulen und Nackenschmerzen vom Dauer-Kopfschütteln haben angesichts der absurden Dimensionen, die Greta, ihre Jünger und ihre Klimaproteste in allen Bereichen der Gesellschaft ausgelöst haben. 

 

 

Die Gier, die Gier 

 

Betrachten wir das Thema „Greta und Friday-for-Future“ ohne die Brille der politischen Korrektheit – und übergehen die obligatorischen Hinweise, dass das Klima, die Umwelt und die Tiere selbstverständlich gerettet werden müssen und politisches Engagement der Jugend immer zu begrüßen ist – dann stellen wir fest: Unsere Welt leidet vor allem an uns selbst, dem Mensch in seiner schier endlosen Gier nach moralischer Überlegenheit und sozialer Anerkennung!

 

 

Inszenierungen um des Theaters Willen

 

Der politische wie mediale Diskurs ist voll von Phrasendreschern, die betonen, wie wichtig, richtig und notwendig diese Umwelt-Proteste heute sind. Kein Politiker - egal, welchem demokratischen Lager entsprungen -, kein Feuilletonist oder Journalist, kein TV-Prominenter, der sich nicht im Glanze von Greta nachhaltig sonnen will und sich an die jungen Aktivisten heran wanzt. Die Kanzlerin, die Wirtschaftsbosse, die Garde der Parteispitzen, Markus Lanz und Maybrit Illner, allesamt hofieren den öko-kritischen Nachwuchs und hoffen auf Quoten, Kreuzchen und Sympathiepunkte.  

Selbst beim Treffen von Greta mit dem Papst kam schnell die Frage auf, wer eigentlich wem eine Audienz gab, denn gerade die Kirchenoberhäupter scheinen jedes Maß verloren zu haben, wer die Bezeichnung eines Propheten verdient oder zum Nachfolger Jesu gekürt wird. 

 

 

Cui bono?

 

Offen bleibt bei den Selfie-Selbst-Inszenierungen mit Greta und den Friday-Schülern die Frage, ob es den Politikern und Moralaposteln wirklich um die Lösung der Klima-Probleme geht oder eher um das eigene grüne Image. Zwar betonen alle Entscheider der Welt die Wichtigkeit von Klimaschutz, allerdings lässt die reale Umsetzung noch sehr viel Luft nach oben, sei es in den verschiedenen Politikfeldern, in der Wirtschaft oder im sozialen Alltag.

Doch in postfaktischen Zeiten, in denen Inhalte, Sachthemen und Handlungen auf Basis der Vernunft scheinbar obsolet geworden sind, genügt wohl der Schein der Bemühungen, um vom politisch korrekten Mainstream bejubelt zu werden. Daher bekommt eine Klimaaktivistin eine Goldene Kamera oder evtl. sogar einen Friedensnobelpreis. Es mag jeder selbst beurteilen, inwiefern diese Bürde als neuer Jesus, neuer Gandhi oder als neue Mutter Theresa einer 16-jährigen und ihrem Projekt wirklich förderlich sind und ob sie dieser Verantwortung gerecht werden kann sind. Kritisch zu hinterfragen ist dieser Hype allemal.

 

 

Geht gar nicht! Kritik an den Aktivisten

 

Die Frage nach der realen Umsetzung sowie der Profilierung MUSS allerdings auch den Schülern gestellt werden. Denn die Kritik an den Politikern und Wirtschaftsbossen hat ebenfalls noch massives Verbesserungspotential hinsichtlich der Aspekte Arroganz, Intoleranz und Realitätsferne. Natürlich kann man von Kindern keine komplexen Lösungen für die Klimaprobleme verlangen (dafür braucht es tatsächlich Profis und keine Ökopopulisten, wie Christian Lindner völlig zu Recht betont). Allerdings muss auch unterschieden werden zwischen den (jungen) Schülern, die nur freitags zum Demonstrieren schwänzen und den organisierten Aktivisten, die sich in den Medien inszenieren. Gerade das deutsche Sprachrohr der Friday-Bewegung, Frau Neubauer, studiert bereits seit 2015 und kann somit kaum mit einer 12-jährigen Schülerin verglichen werden. Insbesondere der Vorwurf, dass alle Generationen vor Frau Neubauer dumm, naiv und untätig waren, kann eigentlich nicht unwidersprochen stehen gelassen werden. Gerade das Schweigen der Kritisierten, anstatt der Widerspruch, ist dabei ein untrügliches Zeichen, dass man eigentlich gar nicht diskutieren, sondern nur zusammen betroffen sein will. 

Dies ist beinahe auch die einzige Kritik, die grundsätzlich von der Bewegung kommt: Ihr Alten habt nichts getan und tut jetzt immer noch nichts! Jetzt setzt sofort unsere Forderungen um!

 

Die Simplifizierungen und Generalisierungen in der Kritik werden meist mit einer Arroganz, in Kombination mit völliger Intoleranz, zelebriert, bei der es schwer fällt, ruhig sitzen zu bleiben. Denn zugleich werden auch Gegenargumente, wie beispielsweise der Erhalt von Arbeitsplätzen, soziale Faktoren oder technische Machbarkeit, von den Aktivisten ignoriert und völlig utopische Forderungen gestellt. Es stellt sich daher die Frage, um was es den Aktivisten wirklich geht und wann ihre Ziele erreicht sind? Aufmerksamkeit für das Thema oder für sich? Panik verbreiten? So lange protestieren, bis alle Vegetarier sind, was neuerdings gefordert wird und wofür der Staat auch Zwangsmittel(!) einsetzen sollte? Hauptsache die Jugend retten, völlig egal, ob es Arbeitsplätze kostet oder soziale Folgen hat?

 

 

Grüne Fronten

 

Neben der Frage, was diese Proteste wirklich bewirken und wer sie wie für sich nutzt, wird ein zweiter Aspekt sichtbar, der einen zum Verzweifeln bringt. Denn, wie bei eigentlich jedem politischen Thema heutzutage, scheint es nur noch zwei Lager der Extreme zu geben: Wer Greta nicht als neuen Heiland (oder Heiländerin?) anerkennt hat und am Freitagvormittag das Klima auf Marktplätzen rettet, kann nur ein AfD-Wählender, klimawandelleugnender Rechtspopulist sein. 

Oder umgekehrt: Wer Greta als neue Heilige stilisiert, hat keine Ahnung von den „echten“ Problemen in der Welt in seinem gentrifizierten Kreuzbergkiez oder Glockenbachviertel und ist ein gutmenschelnder Ökofaschist, der Wasser predigt und Bio-Wein säuft, den er mit seinem SUV im Bio-Supermarkt gekauft hat. So schwarz, so weiß, so primitiv kann eine Diskursfront verlaufen.

 

 

Ein Rückblick in die schlimme alte Zeit

 

Vor einiger Zeit kursierte im Internet ein Spruch, der an dieser Stelle passend erscheint:

"Liebe Greta und Anhänger, ich möchte euch etwas sagen. Wir arbeiten jeden Tag für euch und eure Welt. Wir haben den Katalysator eingeführt, den Rußpartikelfilter eingebaut, trennen den Müll, haben jetzt bleifreies Benzin, das Rauchverbot, dämmen Häuser, lackieren mit Wasserlack, haben Doppel- und Dreifachverglasung, nutzen Energiesparlampen und LED-Technik, schaffen Atom- und Kohlekraftwerke ab, bauen Windkrafträder und Fotovoltaik, wir haben das Waldsterben verhindert und jetzt einen sauberen Rhein, aus dem wir die Fische essen können. Wir recyceln, haben Fair Trade, Bio und Dosenpfand eingeführt und schreiben auf recyceltem Papier.

Und jetzt seid ihr an der Reihe: Verzichtet auf Smartphones, Flachbildschirme, Spielekonsolen, Tablets. Geräte, die in Ländern mit dem höchsten Co2-Ausstoß produziert werden. Fahrt mit dem Rad und verzichtet auf Fast Food.“

 

Diese Sätze kann man nur unterstreichen und mit einem Hinweis ergänzen:  Denn so leicht es ist, die große Politik oder die Wirtschaft anzuklagen, so schwer ist es, auf seinen Coffee-to-go-Becher einer globalen Großrösterei oder den SUV in der Großstadt zu verzichten. Es scheint ein Zeitgeist-Phänomen zu sein, dass zwar jeder seine ökologische Achtsamkeit medial und lautstark postuliert, umgekehrt aber der Verzehr von Fleisch, der Verkauf von SUVs oder die Anzahl der Flüge und Steingärten in Deutschland jährlich steigen.

 

Unsere wenig quergedachte, aber nichts desto trotz wichtige Mahnung: Umweltschutz beginnt bei jedem Einzelnen daheim und bei jedem Einkauf. Jeder kann eine Biene retten, nicht nur die Politiker da oben.

 

 

Nachhaltig Querdenken

 

Leider ist der "Fall Greta" nur eine kleine Episode in einer politischen und gesellschaftlichen Entwicklung, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Populismus jeder Art, Simplifizierungen, Generalisierungen, Diffamierungen, Selbstinszenierungen und moralische Überhöhungen bestimmen nicht nur den Diskurs, sondern schaffen politische Tatsachen. Das Postfaktische, Irrationale, Moralische oder Unlogische scheinen Aspekte des aktuellen Zeitgeistes zu sein. Den diskutieren wir aber erst nächste Woche quer! 

 

 

 

Verfasser: Dr. Rainer Sontheimer


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Kommentare: 14
  • #1

    Christian Krohn (Donnerstag, 02 Mai 2019 12:44)

    Fein! Bin (schon lange) dabei �
    Kognitive Dissonanz eingeschlossen....
    Grüße - Christian

  • #2

    Cornel Pottgiesser (Donnerstag, 02 Mai 2019 13:06)

    Greta Thunberg: Kindesmissbrauch ist nicht nur bei der Kirche ein Problem.

  • #3

    Axel Fischer (Donnerstag, 02 Mai 2019 13:17)

    Sehe ich ähnlich. Jetzt wäre ein echtes Zeichen gefragt, nicht nur "Aufrütteln". Kapiert haben wir Alten das mit dem Klima, auch dass die Kids etwas bewegen wollen. Na dann los! Das mit Coffe2Go und Smartphones ist völlig richtig. Wie wäre es zunächst einmal mit einem ganz konkreten Aufruf, auf alle Produkte von Apple, der Welt größtem Steuerhinterzieher mit den unreparierbarsten Produkten zu verzichten? Vielleicht würden da ein paar Hirne unter Dampf geraten?

  • #4

    schmidt karl (Donnerstag, 02 Mai 2019 13:28)

    würde es auch nur einem der Greta Sympathisanten oder sonstigen Möchte-Gern-Grünen um Lösungen gehen dann würden solche auch duskutiert. So aber wird nur rundum geschlagen, auf die Wirtschaft und die Dieselfahrer, die Kühe und vor allem auf den Menschen im SUV geschimpft. Weil das sind die Verursacher. Weitab von der Realität vollzieht sich ein Schauspiel der Schuldzuweisungen die an Absurdität kaum zu überbieten ist. Vor allem seit sich wieder die Grünen einmischen und hoffen wir könnten in dem Fahrwasser wieder zulegen.
    Jeder der in diesem Umfeld zu tun hat weiß wie sehr vor allem den Grünen Lösungvorschlge stören. Die meiden sie wie der Teufel das Weihwasser. Wäre ja noch schöner würden jetzt ein paar daherkommen die praktikable Lösungen anbieten um die Klimaerwärmung zu verlangsamen oder die Auswirkungen zu mindern. Da bricht ja die ganze Argumentationsketter der grünen Gutmenschen zusammen. Also werden solche Ideen - sollte man die den Grünen vorlegen - einmal pauschal begrüßt - doch die nächste Frage ist: Wenn sie sich schon mit grünen Themen befassen - wollen sie nicht unserer partei beitreten ?" Was nicht mehr und nicht weniger heißt als: die Idee können sie sich in die Haare schmieren - aber ihren Mitgliedsbeitrag und ihre Stimme hätten wir gerne.
    Insofern ist die gesamte Diskussion um den CO2 Ausstoß und die dadurch verursachte Klimaerwärmung ein Stückwerk an Beiträgen die grad demjenigen der sie abliefert, passen. Ein Gesamt Überblick wird von den Medien ebenso verhindert oder verschwiegen wie von all jenen die von dem Hype profitieren. So wurden tausende m² an Gebäuden mit Styropor - einem Brandbeschleuniger - verklebt und diese Mengen an Kunststoff werden in spätestens 20 Jahren als Sondermüll ein riesiges Problem darstellen. Interessiert keinen Schwanz - hauptsache jetzt verdienen ein paar dran und ein paar Protagonisten können mti dem Geld das ihnen nachgeworfen wird teure Anzeigen schalen und sich feiern lassen. Und jeder der diesen Schwachsinn kritisiert wird in Grund udn Boden geschrieben. Weil nicht sein kann was alle anders sehen wollen.
    Langsam geht ja auch die Verehrung der Greta zu Ende und das könnte vielleicht das Interesse an und den Raum für Fakten öffnen. Ich war immer schon Optimist und bleib es auch - trotz dieser beschriebenen Tendenzen.

  • #5

    Cornelia Sauer (Donnerstag, 02 Mai 2019 13:34)

    Verstehe das Anliegen: Wir sollten nicht Greta als Heilige feiern, sondern mit Inhalten und Machbarkeiten arbeiten. Okay. Trotzdem ist es gut für die Gesellschaft, dass die Jugend wach wird und das Thema Klimaschutz selbst bearbeiten will. Warum soll sich keine "Heldin" leisten dürfen? Das gehört bei einer Jugendbewegung irgendwie dazu. Als Reaktion daraufhin das Bild zu zeichnen, dass gerade diesen jungen Engagierten der Verzicht auf Smartphones, Flachbildschirme, Spielkonsolen oder Tablets schwer falle, ist billige Polemik. Bleiben wir doch einfach bei der differenzierten Argumentation: Es gibt unreflektierte Konsumenten, ja, ziemlich viele, in jeder Altersstufe. Und es gibt Menschen, die schon lange mit dem Rad statt mit dem Auto fahren, auf Fast Food verzichten, gebrauchte Klamotten tragen und in Smartphones nur einen zeitgemäßen Gebrauchsgegenstand erkennen. Bei den Greta-Fans dürften letztere die Mehrheit stellen.

  • #6

    Bernhard Breskewiz (Donnerstag, 02 Mai 2019 14:18)

    ... stets den SUV anzuführen, ist ein bisschen sehr platt. Nicht das Gift macht das Gift, sondern die Dosis. Einen SUV einmal im Jahr zur Ausfahrt zu benutzen - wenn´s sche macht, ist das kein Problem. Den super billigen DingsBums-Kleinkarren aber für jede Fahrt zu nutzen, zu der man irgend möglich einen motorisierten Untersatz benutzen kann - das ist grober Unfug.
    Es ist an so vielen Stellen etwas zu ändern, das man -quer gedacht- auch gut erkennen kann.

  • #7

    Miriam Ebert (Donnerstag, 02 Mai 2019 14:45)

    Es schimpfen die Jungen auf die Alten. Die Alten auf die Jungen. Und trotzdem passiert nichts. Wie wärs also, wenn wir uns einfach mal selbst an die Nase fassen. Wie es ja auch im Fazit heißt. Und das uns Mögliche tun. Punkt.

  • #8

    Markus Keller (Donnerstag, 02 Mai 2019 15:16)

    wenn das Volk sich schön gegenseitig beschimpft, ist das Ziel doch erreicht! Die wahren Urheber oder Unterlasser sind damit aus dem Schneider: Politiker und jedwede politisch aktive Interessengemeinschaft. Unsere Probleme existieren, weil die Politiker Interessenpolitik machen - und zwar nur mit sekundärem Nutznießer (wählendes) Volk. Die primären Nutznießer der heutigen Politik sind Interessenvertreter vor allem aus der Wirtschaft. So funktioniert das System derzeit (und weltweit und verstärkt sich), und das ist schon ziemlich böse: das Volk wählt Repräsentanten, im Glauben, dass diese den Willen des Volkes umsetzen, die dann aber vor allem die Interessen mächtiger Interessengruppen vertreten. Da wird in deren Sinne gehandelt oder eben auch blockiert. So funktioniert eine Demokratie nicht! will man den Politikern zurufen...oder eben doch?
    Politik muss wieder primär für das wählende Volk gemacht werden - das ist die Interessengruppe, die die Politiker interessieren sollte. Nicht für Ideologien oder wirtschaftliche Interessengruppen.

  • #9

    Bernhard Breskewiz (Donnerstag, 02 Mai 2019 15:47)

    Ganz konkret:
    1) Unterm Hambacher Forst liegen nach neuen Berechnungen der Grünen circa 772Millionen Tonnen Braunkohle = 772.000.000.000 Kilo, was einer Energiemenge von 1.600.000.000.000kWh entspricht.
    Diese Energie wird verbraucht durch
    40.000.000 deutsche Wäschetrockner, pro Jahr circa 700kWh verbrauchen = 28.000.000.000 kWh
    1.600.000.000.000 / 28.000.000.000 = 57.
    In 57 Jahren wird also die Braunkohle, die unterm Hambacher Forst liegt durch die in deutschen Haushalten stehenden Wäschetrockner verbraucht.
    Das heißt, dass der Hambacher Forst dafür einmal rumgedreht und die ganze Region verbrannt wird, um etwas, das an der frischen Luft von selbst passiert, etwas schneller, komfortabler, dekadenter zu bekommen.
    Also, einfach den Wäschetrockner raus aus dem Keller, eine Wäscheleine spannen, und schon kann der Hambacher Forst stehen bleiben.

  • #10

    schmalzbauer (Donnerstag, 02 Mai 2019 16:59)

    ich glaube die Bezeichnung dieser Gruppe scheint eiigen nicht geläufig zu sein!????
    die Diskussion wie sie hier geführt wird, kann man bei der Telekom schon lange verfolgen, dafür brauchts keine "Kreative und keine Innovatoren"

    mfg

  • #11

    Markus (Donnerstag, 02 Mai 2019 17:33)

    Auf andere zeigen ist immer einfacher als selbst tätig zu werden. Es ist unbequem, lieb gewonnene Denkmuster und Gewohnheiten zu ändern. Aber es ist nötig. Und dafür müssen die "Nicht-Profis", also Schülerinnen, Schüler, aber auch Christian Lindner und die Wirtschaftswachstums-Gläubigen mal eine Bestandsaufnahme machen: Was ist mein persönlicher CO2-Fußabdruck (wir Deutschen im Schnitt 11,5 t pro Jahr, klimaverträglich wären 2,5 t, das schafft nicht mal der Wachstumskritiker Niko Paech mit seinem äußerst bescheidenen Lebensstil)? Wie kann ich ihn persönlich vermindern? Was kann ich anstiften, um auch mein Umfeld dazu zu motivieren? Die Welt ist voller Forschungsergebnisse, gedruckter, verfilmter und Internet-Dokumentationen. Davon muss die Jugend noch viel lesen, hören und sehen, damit sie genauer wissen, worfür sie auf die Straße gehen. Das ist unsere Aufgabe als Eltern und Lehrkräfte.
    Und wenn wir es besser wissen, müssen wir es auch in Taten umsetzen: Wenn wir weniger konsumieren, tun wir der Umwelt etwas Gutes. Und dann müssen wir auch nicht so viel arbeiten, um Geld für all die überflüssigen und irreperablen Produkte zu haben. Wenn wir aufhören, unser Geld und unsere Arbeitskraft für lebenszerstörende, gesundheits- und klimaschädliche Produkte und Dienstleistungen zu verausgaben, wird es diese Branchen auch nicht mehr geben. Ich habe das in den letzten 30 Jahren ziemlich gut und still und leise geschafft. Jetzt wird es Zeit, dass ich das auch mal mitteile, ohne dass ich mich als "Heiliger" produzieren will, denn andere schaffen das noch besser. Und Sie, liebe Leserinnen und Leser können das auch schaffen, wenn Sie wollen! Fangen Sie einfach damit an.

  • #12

    Tina Wiegand (Donnerstag, 02 Mai 2019 18:26)

    Vielleicht verstehen wir irgendwann, dass auch Greta nur ein Schlag aus der Geostrategischen Globalisierungs Ecke ist. Schließlich sind die Grünen die einzige Partei, die George Soros und seine Open Society für eine Zukunft Europas in Betracht ziehen. Oder sagen wir die Zukunft seines Umsatzes? Die Zocker verdienen schließlich am meisten in destabilen Zeiten und ein destabiles Europa hilft gleich an mehreren Fronten. Die CO2 Lüge ist eines der hirnlosesten und gleichzeitig einträglichsten Geschäfte in Zeiten der gesättigten Märkte und eröffnet völlig neue Möglichkeiten. Deutschland zieht eben nicht so richtig bei den umweltzerstörenden Konzepten wie der 5G und Digitalisierung. Auch E-Mobility ist schiließlich ökologischer Irrsinn. Sie denken zu ökologisch und zu wenig Umsatz, also muss ein wenig emotionalisierte Marketingstrategie mit psychischem Missbrauch er Massen her. Wenn ein Kind dabei drauf geht, das eines Tages in der Schmach der Scham leben mus - wen interessiert es? Bis dahin sind die Mediennutten längst weiter gezogen. Dem nächsten Untrgang entgegen, damit das Adrenalin sich nicht zu sehr beruhigt. Wir leben schließlich im Wirtschaftskrieg. Das Zeichen für den längst überfälligen Untergang des Finanz-Kapitalismus. Hier ein Empfehlenswerter Film: https://www.paradogma-film.com/

  • #13

    Oelschlegel (Donnerstag, 02 Mai 2019 19:15)

    Der Artikel selbst ist ein Beispiel für die kritisierte Simplifizierung. Die Gier ist eine urmenschliche Eigenschaft die durch ökonomische Rahmenbedingungen gesteuert wird. Ich empfehle, sich einmal mit der Gemeinwohlökonomie zu beschäftigen.

  • #14

    Marcus Schmauss (Montag, 06 Mai 2019 11:27)

    Danke für den großartigen Beitrag! Ich bin ebenfalls der Meinung, dass unser gesellschaftlicher Diskurs mittlerweile fast vollständig von Simplifizierungen, Pauschalisierungen und einer primitiven "A oder B"-Haltung bestimmt wird. Zwei Punkte möchte ich aber ergänzen:

    1. Greta nimmt in diesem "Diskurs", meiner Meinung nach, vielmehr die Rolle des historischen "Narren" ein. Der "Narr" war immer schon derjenige, der ungestraft auf Fehler, Fehlentwicklungen hinweisen durfte, weil er eben offiziell NICHT ernst genommen wurde. Greta ist der Narr, der Unangenehmes aussprechen darf und dem sich Päpste, Klimaaktivisten, Gutmenschen, Jugendliche und auch Klimaforscher gerne anschließen. Die Frage ist: Brauchen wir auch heute einen "Narren". Ja, es scheint so zu sein. Jedenfalls erscheint mir die Welt mittlerweile so verrückt wie noch nie und die Bereitschaft Probleme WIRKLICH zu lösen so gering ausgeprägt wie noch nie. Ich weiß nicht, ob dieser tägliche Wahnsinn Methode hat. Wenn dem aber so ist und ernsthafte faktenbasierte Diskussionen wirklich nicht mehr gewünscht sind, ist vielleicht eine Greta notwendig.

    2. Ich empfinde es als unglaubliche Ironie, dass Schüler weltweit eigentlich nur folgerichtig befolgen, was ihnen (und auch uns Älteren) bereits seit Jahrzehnten eingetrichtert wird: Wenn Ihr jetzt nichts macht, wird die Menschheit aussterben. Insofern ist doch die Reaktion der jetzigen Generation völlig richtig: Ja, ich gehe nicht mehr in die Schule und protestiere stattdessen, weil ich sonst ohnehin keine Zukunft mehr habe.

    Folglich steht unsere Gesellschaft, die es nachwievor nicht ansatzweise geschafft hat ein nicht wachstumsbasiertes Wirtschaftsmodell zu etablieren und DIE UMWELTSCHUTZ UND KLIMAPANIK AUCH ALS WACHSTUMSMARKT PUSHT, nun vor dem Problem, dass Schüler das alles vielleicht zu "ernst" nehmen. Nun sagt der typische 16-jährige plötzlich "Nun ja, ich habe es verstanden - wenn wir jetzt nicht handeln und unser Wirtschaftsmodell begraben, ist ohnehin alles egal" und verweigert sich somit dem bestehenden ökonomischen Postulat.

    Dass die meisten Jugendlichen Streiken als willkommene "Schwänzmöglichkeit" sehen und sicherlich nicht bereit wären auf ihre Smartphones zu verzichten, mag da wohl stimmen. Trotzdem kommen sich da scheinbar zwei Direktiven in die Quere - nämlich a) Rettet das Klima und erkennt den Ernst der Lage und b) Fügt Euch brav in das BESTEHENDE System ein und lernt lieber für die Schule, damit Ihr später einen guten Job bekommt.

    Und diese Doppelbotschaft führt, meiner Meinung nach, zu solchen Auswüchsen.